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Anbaugebiete und Sorten
17 der insgesamt 26 brasillianischen Bundesstaaten produzieren Kaffee. Charakter und Qualität der in den verschiendenen Anbaugebieten produzierten Sorten unterscheiden sich stark voneinander, weswegen in der Regel nicht von einem brasilianischen Kaffee gesprochen wird. Die wichtigsten Produzenten sind die Bundesstaaten Minas Gerais, Sao Paulo, Parana und Espirito Santo, gefolgt von Bahia und Rondonia. Arabica Sorten machen um die 75 Prozent des Gesamtertrags aus. International fallen brasilianische Arabicas in die Kategorien "Brazils“, "Milds“ und "Other Arabics“. In Brasilien unterscheidet man zusätzlich zwischen einer Vielzahl von Sorten und Varietäten, wie "Obatã",  "Mundo Novo" oder "Maragogipe", um nur wenige zu nennen. In den meisten Regionen überwiegt die Produktion von Arabicas, lediglich Espirito Santo und Rondonia bauen überwiegend Robustas an. Anders als bei den Arabicas dominiert bei den Robustas eine einzige Sorte, der "Conillon", wobei natürlich auch hier regionale Unterschiede zum Tragen kommen.

Der Bundesstaat Minas Gerais ist der wichtigste Prozduzent von Arabicas. Vier geografisch recht unterschiedliche Anbauregionen produzieren dort zusammen die grösste Parzelle des gesamten brasilianischen Ertrags an Arabicas .Im südlichen "Sul de Minas" werden in qualitätsfördernden Höhenlagen um die 950 Meter neben "Catuaí" auch Varietäten wie "Icatu", "Obatã" und "Catuaí Rubi" angebaut. Im Westen des Bundesstaates ermöglichen die vergleichsweise ebenen Terrains des "Cerrado Mineiro" hohe Erträge an "Mundo Novo" und "Catuaí", aber auch an traditionellen "Bourbon"-Varietäten wie "Vista Alegre"  oder "Capim  Branco", die als Plantagenkaffes exportiert werden. In den Regionen "Montanhas de Minas" (früher "Matas de Minas") und "Jequitinhonha", im Osten bzw. Norden von Minas Gerais gelegen und durchschnittlich 650 Meter hoch, wächst überwiegend "Catuaí".

Die drei wichtigsten Anbaugebiete in Sao Paulo sind "Mogiana", "Alta Paulista" und "Piraju".  In "Mogiana", einer alteingessenen Kaffee-Region im Norden des Bundestaates, gedeihen Qualitätskaffees der Sorte "Catuaí" in Höhenlagen zwischen 900 und 1000 Metern. Im Bundesstaat Paraná, ehemals mit fast 2 Millionen Hektar der mit Abstand grösste Kaffeeproduzent des Landes, wird auf den heute verbliebenen 150.000 Hektar Arabicas in sehr unterschiedlichen Höhen angebaut. So wachsen "Mundo Novo" und  "Catuaí" in der Region "Arenito", unweit der Ebene des Paraná Flusses (um die 350 Meter ) ebenso wie in "Apucarana" (bis zu 900 Meter).

Arabica Kaffee aus dem Bundesstaat Bahia, oft als "Bahia" bezeichnet, stammt vornehmlich aus den gemässigten Höhenlagen des traditionellen "Planalto Conquista", sowie zunehmend auch aus der "Chapada Diamantina" weiter im Landesinneren. Arabicas aus Bahia machen etwa 4 Prozent der brasilianischen Kaffeeproduktion aus. Sie gelten als hochwertig, werden seltener exportiert und sind selbst innerhalb Brasiliens oft nur verhältnismässig schwer erhältlich. Zusätzlich dazu werden in der "Região Oeste", auf den steppenähnlichen Hochebenen des Cerrado Baiano im äusserten Westen Bahias, unter Einsatz von Bewässerungssystemen und modernen Erntetechnologien mit beindruckenden Wachstumsraten grosse Mengen von Robusta produziert.

Kaffee aus dem Bundesstaat Rio de Janeiro besitzt ein typisches "Kraüteraroma" - auch als "medizinisches" Aroma oder "Rio -Geschmack" bekannt - und ist vornehmlich für den nationalen Verbrauch bestimmt. In Küstennähe angebauter Kaffee bringt einen eigenen Geschmack mit sich, das so genannte "See-Aroma" oder "Meerwasser-Aroma". Dieser Kaffee wird u.a nach Nordafrika, Osteuropa und in den Nahen Osten ausgeführt, vornehmlich nach Syrien, Tunesien und in den Libanon. Diese Länder importieren Rohkaffee zur Weiterverarbeitung, und es kann daher durchaus passieren, dass man bei einem Karthago Urlaub in einem tunesischen Kaffeehaus einen "arabischen" Kaffee serviert bekommt, der in Brasilien angebaut wurde. Der Bundesstaat Rondonia im westlichen Amazonasgebiet ist hinter Espirito Santo der zweitgrösste Robusta Produzent Brasiliens, und die Wirtschaft von Städten wie Cafelândia, Ji-Paraná, Cacoal, Rolim de Moura oder Vilhena basiert vornehmlich auf Kaffee. Rondonia baut als einziger Bundesstaat Brasiliens ausschliesslich Robustas an.
 
 


 

 

 


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