Aufbereitung | Aufbereitung |
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Ein handelsüblicher 60 kg Sack Rohkaffee ist das Produkt einer Ernte von etwa 100 Arabica Pflanzen. Da die Früchte eines einzelnen Strauches unterschiedlich schnell reifen, kann sich die Ernte je nach der beim Pflücken verwendeten Technik über 10 Wochen erstrecken. In Brasilien wird dieser Vorgang in der Regel durch die so genannte Stripping-Methode oder Strip-Ernte, bei der sämtliche Kirschen einer Pflanze ungeachtet ihres Reifegrades in einem Schritt manuell abgeerntet werden, abgekürzt. Auf großen Plantagen in ebenen Anbaugebieten kommen hierzu häufig auch spezielle Erntemaschinen zum Einsatz. Sowohl Robusta als auch Arabica Kaffee werden in Brasilien strip-geerntet. Die für die Qualität des Endprodukts wichtige Sortierung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Die frisch geernteten Kaffeekirschen sind kaum haltbar und müssen zeitnah aufbereitet werden. In Brasilien kommt hierzu bei Robusta und Arabica Sorten vornehmlich die traditionelle Trockenaufbereitung zur Anwendung, bei der die Kaffeefrüchte in der Sonne ausgebreitet und regelmässig gewendet werden. In einem zwischen drei bis fünf Wochen dauernden Prozess wird so ihr Wassergehalt von etwa 60 Prozent auf 12 Prozent reduziert, bis ein charakteristisches Geräusch beim Schütteln der Früchte den geeigenten Grad der Trockung verrät. Danach wird das trockene Fruchtfleisch abgeschält und die so genannten Pergament- und Silberhäutchen in einem Arbeitsgang entfernt. Auf modernen brasilianischen Plantagen werden die Kaffeekirschen bei der sogenannten halbtrockenen Aufbereitung zunächst maschinell geschält und anschliessend naturgetrocknet. Da der Kaffee bei diesem Vorgang nur kurz gewaschen werden muss, gilt diese Methode als wassersparend und umweltfreundlich. Schliesslich werden die Bohnen noch nach Größe und Qualität sortiert, was bei hochwertigen Sorten mit der Hand geschieht. Im letzten Schritt wird der Kaffee dann geröstet. Bei hellen Röstungen ist der Geschmack eher säuerlich, dafür weniger bitter. Dunklere Röstungen sind bitter, dafür aber etwas süßer. |