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1727 brachte der Militäroffzier Francisco de Melo Palheta Kaffeesamen
aus Französisch-Guayana nach Brasilien, und bereits 1731 berichteten
portugiesische Zeitungen über Sendungen von hochwertigem Kaffee aus der
nordbrasilianischen Provinz Maranhão. Dennoch dauerte es noch bis ca.
1780, bis mit dem Verwaltungsbeamten João Alberto Castelo Branco die
ersten Setzlinge in die späteren Zentren des brasilianischen
Kaffee-Booms im Südosten des Landes gelangten. Noch zu Beginn des 19.
Jahrhunderts wurden Kaffeesträucher in Brasilien lediglich für den
nationalen Handel und zum Eigenverbrauch gepflanzt. Seinen Siegeszug
begann der Kaffee etwa zeitgleich mit der nationalen Unabhängigkeit
1822. 1826 belieferte Brasilien bereits 20 Prozent des Weltmarktes, und
entronte vier Jahre später den damalige Marktführer Java in Indonesien.
Rio de Janeiro, seinerzeit Hauptstadt des Landes, wurde zunächst über
mehrere Jahrzehnte der Hauptproduzent von Kaffee, bis ab 1870 die
angrenzenden Provinzen São Paulo, Minas Gerais und Espirito Santo die
Vormachtstellung übernahmen. Anfang des 20.Jahrhunderts stammten dann 90 Prozent der Welternte aus Brasilien.
Bis zur so genannten Kaffeekrise um 2001 bildeten Kolumbien und Indonesien gemeinsam mit Brasilien das Führungstrio des Kaffee-Weltmarkts. Ende der 1990er Jahre beschloss Vietnam den Einstieg ins Kaffee Geschäft und steigerte sein Exportvolumen innnerhalb kurzer Zeit auf 750.000 Tonnen. Die Folge waren Überproduktion und ein katastrophaler Preisverfall. Vietnam verdrängte Kolumbien auf den dritten Platz, was dort zu enormen Einbußen und einer Schrumpfung der Branche führte. Zwar wurde Brasilien von der Krise nicht in gleichem Maße wie Kolumbien getroffen, doch hatten auch brasilianische Exporteure mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen. Seit 2006 hat sich die Lage beruhigt und die Preise steigen wieder. Grund dafür ist unter anderem eine stark wachsende Nachfrage aus neuen Märkten in China, Osteuropa und dem Nahen Osten. Seit 2008 notiert die braslianische Kaffee Branche neue Export-Rekordzahlen, doch hat der Eindruck der Krise einen bereits seit Längerem im Gang befindlichen Prozess des Umdenkens weiter verstärkt. Unter der Devise "Qualität vor Quantität" sollen auch kleinere Erntemengen in Zunkuft zufriedenstellende Gewinne garantieren. |